Aktuelles Amtsblatt

08.06.2017

Der Markt Arberg mit seinen Ortteilen liegt in einer interessanten Grenzregion. Hier an der Wasserscheide zwischen Altmühl, Wieseth und Wörnitz treffen die fruchtbaren Meeresablagerungen des Schwarzen Jura auf die waldreichen und sandigen Böden des Keupers. Entlang dieser geologischen Grenze trennte einst der Limes die römische Provinz Rätien vom Siedlungsraum der Germanen. Auch im Mittelalter und in der frühen Neuzeit versuchten das Hochstift Eichstätt und das Markgrafentum Ansbach durch deutlich sichtbare Marksteine ihren jeweiligen Herrschaftseinfluss abzugrenzen und zu festigen. Entsprechend vielfältig und bunt zeigt sich deshalb auch das Geschichts- und Landschaftsbild dieses Grenzraumes.

 

 Eingangstor zum Markt Arberg

Eingangstor zum Markt Arberg

 

 

7.-9. Jh.

Vermutete Dorfgründung


1229        

Erstnennung des Ortes zusammen mit dem Arberger Adeligen „H(einrich) de   Arberch“

 

1281

Meinward ist der erste namentlich bekannter Pfarrer in der Pfarrei Arberg

 

 

13.-15.Jh.

Arberg entwickelt sich zusammen mit der Stadt Ornbau zu einem Stützpunkt im "Obereren Stift" des Hochstiftes Eichstätt. Als Ministeriale der Eichstätter Bischöfe üben die Schenken von Arberg das angesehene Erbschenkenamt aus. Die von tiefen Gräben geschützte Burg wird Sitz der Pfleger und Kastner des Amtes Arberg bzw. des späteren Pflegamtes Arberg-Ornbau. Die Wehranlagen in Arberg, wie Mauern, Türme und Gräben, sind z.T. heute noch erhalten. Mit den Walddistrikten Heide, Eichelberg, Ellenbach und Klobenbruck belegt das Salbuch von 1407 auch umfangreichen Waldbesitz für das Amt Arberg.

 

1300 (ca.)

 erste hölzerne Dorfbefestigung

 

 

 Eichenpfahl

zugespitzter Eichenpfahl  vor dem Torturm 1995 geborgen

 

1425 (ca.)

Verleihung der Marktrechte

 

1450 (ca.)

Umfangreiche Zerstörungen im Umkreis von Arberg                                                 

“In den Städtekriegen habe man die Dörffer, Weiler, alle darum um Arberg verbrennt.„

 

1455

Geburt des späteren Bischofs Gabriel von Eyb in Arberg

 

1496- 1535

Regierungsjahre Gabriel von Eyb als Bischof in Eichstätt

 

 

Eine Bronzestatue dieses berühmtesten Sohnes Arbergs hat Reinhard Zimmermann

Brunnenfigur

 als  Brunnenfigur am Marktplatzbrunnen gestaltet                                             

 

1498-1513

Caspar von Eyb, Bruder des Bischofs, ist Pfleger im Pflegamt Arberg.
     

1531

Bau des ersten Torturms

 

1585

Geburt von Hans Spindler in Arberg, ein bekannter Holzschnitzer seiner Zeit

Engel

 

 

1586

Bau der Friedhofkapelle "zum Heiligen Kreuz", Neuanlage des Friedhofes

        

1613/15

Stöcklin Agnes von Arberg, verheiratet in (Wolframs-)Eschenbach, verdächtigt man

dort zum ersten Mal der Hexerei.

 

1615

Das Salbuch weist insgesamt 77 Anwesen aus. Sie sind alle dem Hochstift Eichstätt

zinspflichtig Die archivalisch belegte Siedlung Gunzendorf beim Gunzenbrunnen östlich 

von Arberg ist bereits aufgegeben und liegt öde. Die zugehörigen Felder und Wälder

werden von Arberg aus weiter bewirtschaftet.                                  

 

1616

Hartlieb Appolonia wird als vermeintliche Hexe von Arberg nach Eichstätt gebracht,

gefoltert, erdrosselt oder enthauptet und ihr Leichnam verbrannt.

 

1632

Stöcklin Agnes wird wegen vermeintlicher Hexerei in Eschenbach mehrfach gefoltert,

widerruft aber immer wieder standhaft ihre erpressten Geständnisse, dennoch bleibt sie

eingekerkert. Durchziehende Truppen zerren sie aus dem Gefängnis und „sprengen“ sie

in eine Grube, wo sie jämmerlich stirbt. 

 

1632-1648      

in der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges herrscht besonders große Not:

Einquartierungen, Plünderungen, Hunger, Entvölkerung

 

1709/10

Bau der Kirche St.Blasius anstelle der bisherigen schon beachtlich großen gotischen

Pfarrkirche

 

1735

Umbau des Torturmes durch den Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli

 

1802

Übergang des Hochstifts Eichstätt und seiner Besitzungen an die Krone Bayerns, 1804

vorübergehend preußisch, 1806 endgültig bayerisch.

 

 

1900 (ca.)

Neufassung des Gunzenbrunnens, heute auch Gumbertusbrunnen genannt. Hier soll

der Legende nach der Hl. Gumbertus getauft haben.

 

1937

Kirchenerweiterung zur jetzigen Größe des Gotteshauses

 

 

1971

Eingemeindungen von Kemmathen-Goldbühl und Mörsach

 

1972 

Auflösung des Altlandkreises Dinkelsbühl, Eingliederung in das Landratsamt Ansbach

 

 

1978

Eingemeindung der Gemeinde Lellenfeld und gleichzeitige Eingliederung in die

Verwaltungsgemeinschaft Weidenbach-Triesdorf

 

1980

Gemeindeselbstständigkeit nach Wiederausgliederung aus der Verwaltungsgemeinschaft

nach einem Erlass des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten F.-J. Strauß

 

2002

Am 21.8.2002 stirbt Kressentia Hummel. Sie ist nicht berühmt, weil sie es nicht wollte. Sie gab in der Nazizeit ein jüdisches Mädchen als ihre uneheliche Tochter aus und rettete damit wahrscheinlich das Leben des Kindes. Das Kind wurde später als Charlotte Knobloch die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Deutschlands

 

2010

Die  Gemeinde Arberg mit ihren Ortsteilen  hat 2.312 Einwohner (Stand Juli 2010)

 

 

 

Quellen:

u.a.
Bayer.Kunstdenkmale, Hans K. Ramisch, Landkreis Feuchtwangen 1964; 700 Jahre Pfarrei Arberg
zusammengestellt von Franz Josef Nagler, 1981; E.v.Eyb, Freiherren von Eyb, 1984, Neustadt/Aisch;  Archivalien Diözesanarchiv Eichstätt,  Staatsarchiv Nürnberg, ausgewertet von H.Thoma; Unterlagen der Marktgemeinde Arberg

Veranstaltungskalender

Juni 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
29 30 31 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 1 2
Zum Seitenanfang
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen