Als 1639 der Kirchturm niederbrannte, brannte auch das gesamte Dorf, das damals teils doppelt so groß war wie der heutige alte Ortskern. Diese Tatsache erklärt auch die für das heutige Mörsach eigentlich zu große Kirche.  Bei einem Besuch in den 60er Jahren sprach Bischof Josef Schröffer daher auch von einem „Dom auf dem Lande“.

Kirche Mörsach

 

Der neugotische Hochaltar wurde 1872 von Wirth aus München unter Verwendung von alten Schreinfiguren und Tafelbildern erstellt. Wegen der drei vorkommenden Augenheiligen wurde er von Eichhorn auch als „ Augenheiligenaltar“ bezeichnet. Der Hochaltar enthält vier Schreinfiguren. Diese sind von links nach rechts:

  • Hl. Erhard, Bischof zu Regensburg (7/8. Jh.; Fest: 8. Januar)
  • Hl . Antonius, Pfarrpatron der Kirche (ca. 251-356; Fest: 17. Januar)
  • Hl.  Heinrich II  (973-1024; Fest : 15./13. Juli)
  • Hl. Wolfgang, Bischof von Regensburg (10.Jh.; Fest: 31. Okt.)

Die Flügelinnenseiten zeigen acht Tafelbilder mit Szenen aus den Legenden über die Heilige Odilia (Ottilie). Dabei handelt es sich um eine fränkische Arbeit um 1518.

Kirche Mörsach  Kirche Mörsach

Die Flügelaußenseiten stellen Szenen aus den Legenden über den Hl. Antonius dar (1872).

 

Der nördliche Seitenaltar  stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Auf den seitlichen Figurenkonsolen stehen Holzfiguren des Hl. Stephanus und des Hl. Sebastian. Das Altarbild zeigt die Kreuzigung Christi und darüber sind die fünf Wunden Jesu zu sehen.

 

Auf den seitlichen Figurenkonsolen des südliche Seitenaltars stehen die Holzfiguren  des Hl. Dominikus und der Hl. Katharina von Siena.

 

Die Deckengemälde werden 1889 fertiggestellt. Im Chor ist Christi Himmelfahrt zu sehen, im Langschiff die Krönung Mariens.

 

Die Kanzel ist auf etwa 1680 datiert. In den Brüstungsfeldern befinden sich (von links nach rechts) die Reliefs der vier Evangelisten:

  • Matthäus mit dem Engel
  • Markus mit dem Löwen
  • Lukas mit dem Stier
  • Johannes mit dem Adler

 

Der Taufstein (15. Jh.) ist aus Kalkstein gearbeitet. Das Laiengestühl wurde um 1700 eingebaut.

 

Im Jahre 1884 erhält die Kirche eine neue Orgel von der Firma Bittner aus Nürnberg und eine neue Empore, welche teils aus Schenkungen, teils aus Stiftungsmitteln finanziert wurde.

 

1906 wurden sieben bunte Glasfenster durch Wohltäter gestiftet.

 

Außerhalb der östlichen Seite der Friedhofsmauer war einst das Ottilienbrünnlein. Noch um 1950/55 holten einige ältere Mitbürger das Wasser aus dem etwa 1,50 m tiefen Brünnlein, um damit ihre Augenleiden zu lindern. Leider wurde es im Zuge der Flurbereinigung 1980/1990 verfüllt.

 

Drei Glocken verkünden heute die christliche Botschaft. Doch die Geschichte der Kirchenglocken von St. Antonius ist sehr bewegt. Während des Brandes im Dreißigjährigen Krieg schmolzen die Glocken. Dann wurden im Ersten Weltkrieg drei von vier neu angeschafften Glocken zum Bau von Kanonen verwendet. Nach Ende des Krieges wurde der Turm wieder mit einem stattlichen Geläut ausgestattet. Nun forderte der Zweite Weltkrieg sein Tribut: wieder kamen drei Glocken vom Turm.  Eine der heutigen drei Glocken stammt aus Schmottseiffen (Schlesien), die in den Jahren nach dem Krieg ihren Weg nach Mörsach fand. Zum  „500-jährigen Glockenjubiläum“ wurde vom Freundeskreis Schmottseiffen-Schlesien im Jahre 1993 eine Gedenktafel aus Bronze in der Mörsacher Kirche angebracht.

 

 

 

Quellen:

„Katholische Pfarrkirche St. Antonius“ – Auslage in der Kirche selbst

„Kriegerischen Zeiten getrotzt“ – Altmühl-Bote Nr. 296, Weihnachten 1989

„Mörsach, Katholische Pfarrkirche St. Antonius der Einsiedler und St. Ottilie“ – persönliche Aufzeichnungen, Friedrich Neuner, Dezember 2009

Bilder: Foto Atelier Braun / privat