"Natura 2000" steht für ein europäisches Netz aus zusammenhängenden Schutzgebieten, welches zum Schutz der einheimischen Natur in Europa aufgebaut werden soll. Das kohärente Netz Natura 2000 umfasst die im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Gebiete. Diese können sich räumlich überlagern. Zusammen bedecken sie ca. 15,3 % der terrestrischen Fläche Deutschlands und 41 % der marinen Fläche. FFH Gebiete sind also Gebiete, die für das Schutzgebietssystem "Natura 2000" ausgewählt wurden.

Welche Gebiete für dieses Netz geeignet sind, bestimmen 2 gesetzliche Richtlinien: die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) und die Vogelschutzrichtlinie (vom 2. April 1979, 79/409/EWG). In diesen Richtlinien werden Arten und Lebensraumtypen genannt, welche besonders schützenswert sind und für die ein Schutzgebietsnetz aufgebaut werden soll.

Die Bundesländer stellen Listen von Schutzgebieten - die FFH-Gebiete - zusammen. Die Flächen sollen primär unter dem Kriterium des Arten- und Habitatschutzes zusammengestellt werden und umfassen auch schon bestehende Schutzgebiete nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG).

FFH-Gebiete

Deutschland hat bislang 4.622 FFH-Gebiete in Brüssel vorgelegt (Stand: 31.08.09), die sich auf drei biogeografische Regionen (alpin, atlantisch, kontinental) verteilen. Dies entspricht einem Meldeanteil von 9,3 % bezogen auf die Landfläche. Dazu kommen 2.122.020 ha Bodensee, Meeres-, Bodden- und Wattflächen sowie 943.986 ha in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands.

Vogelschutzgebiete

Deutschland hat bislang 738 Vogelschutzgebiete (BSG) gemeldet. Dies entspricht einem Meldeumfang von 11,2 % bezogen auf die Landfläche. Dazu kommen 1.976.093 ha Bodensee, Meeres-, Bodden- und Wattflächen sowie 513.930 ha in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Deutschlands.

Feuchtgebiete im südlichen Mittelfränkischen Becken – Teilfläche Naturschutzgebiet Großlellenfelder Moor (FFH-Gebiet 6829-371)

Das FFH–Gebiet "Feuchtgebiete im südlichen mittelfränkischen Becken" besteht aus sieben Teilflächen, die zusammen knapp 46 Hektar umfassen. Alle diese Teilflächen liegen im Landreis Ansbach und sind räumlich zum Teil recht weit voneinander getrennt. Die Teilfläche "Großlellenfelder Moor" ist seit 1987 als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen und 10,85 ha groß. Das NSG liegt am südlichen Rand des Mittelfränkischen Beckens innerhalb der naturräumlichen Einheit Dinkelsbühler und Feuchtwanger Hügelland, genauer in der Untereinheit Königshofener Heide.

Die Kernzone befindet sich im Eigentum des Landkreises Ansbach, im Westen gehört eine Teilfläche dem Freistaat Bayern, im Norden und Süden, der Pufferzone, liegen 16 Privatgrundstücke zum Teil im FFH-Gebiet.

 

Bedeutung:

Beim "Großlellenfelder Moor" handelt es sich, zusammen mit den Teilgebieten "Moosteile am Klarweiher" und "Feuchtflächen am Hammerschmiedsweiher", um die letzten zusammenhängenden Reste ehemals wesentlich umfangreicherer Feuchtgebiete zwischen Heide und Wörnitzaue. Das "Großlellenfelder Moor" ist der etwa sieben Hektar große, am stärksten vermoorte Rest dieser Feuchtflächen. Übergangsmoore und Moorwälder zählen in Mittelfranken zu den extrem seltenen Lebensräumen, die hier nur auf Sondersandorten überdauern können. Normalerweise gibt es diese Moortypen nur in Regionen mitmüber 1000 mm Jahresniederschlägen, in Mittelfranken sind es maximal 650 mm.

Hervorzuheben sind die Bestände des Rundblättrigen Sonnentaus, des Scheidigen

Wollgrases, der Moosbeere und einiger für Hochmoore typischer Torfmoose. Nach wie vor bestehen gute Chancen, durch gezielte Pflegeeingriffe die Qualität des Moores zu erhalten und zu verbessern.

Aktion „Ein Tag im Lellenfelder Moor“

Seit

Mit wem

Altmühltal mit Brunstschwaigau und Wiesmet (FFH-Gebiet 6830 – 371)

Das FFH–Gebiet „Obere Altmühl mit Brunst-Schwaigau und Wiesmet“ liegt innerhalb der naturräumlichen Haupteinheiten „Frankenhöhe“ und „Vorland der südlichen Frankenalb“ in der Untereinheit „Altmühlaue“. Das FFH-Gebiet stellt das größte zusammenhängende Feucht- und Nasswiesengebiet Nordbayerns mit regelmäßigen Überschwemmungen dar.

Aus dem Gemeindegebiet Arberg liegen Teile landwirtschaftlich genutzter Flächen in diesem FFH-Gebiet und werden von den örtlichen Landwirten in angemessener Weise bewirtschaftet.

Im Wesentlichen besteht das Gebiet aus der Altmühl, einem landesweit bedeutsamen Fließgewässer, und ihrer recht breiten Aue mit repräsentativen Talwiesen überwiegend guter Qualität sowie einigen Nebenbächen. Die Gesamtgröße beträgt ca. 4.500 Hektar. Die Grundstücke sind zumeist in Privatbesitz. Das FFH-Gebiet ist Lebensraum für die bayern- und bundesweit stark gefährdete Libellenart Grüne Keiljungfer. Daneben beherbergt das Gebiet mit Biber, Kammolch, Schied, Bitterling und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling fünf weitere Arten des Anhangs II der FFH-Richtlinie.