Biber-Steckbrief

Größe                        Biber werden bis zu 130 cm lang, davon entfallen 30 cm

                                auf den abgeflachten Schwanz. Sie sind damit bei weitem

                               die größten Nagetiere in Europa.

Gewicht                     Mit einem Gewicht von 30 bis 40 Kilogramm kann ein Biber

                                schwerer als ein Reh werden.

 

Alter                           Das Durchschnittsalter liegt bei 10 Jahren und kann

ausnahmsweise bis zu 25 Jahre betragen.

 

Lebensraum             Biber lieben gewässerreiche Landschaften und naturnahe Flussabschnitte Als sehr anpassungsfähige Tiere können sie auch Gräben oder Fischteiche besiedeln, selbst in unmittelbarer Siedlungsnähe

 

Lebensweise            Eine Biberfamilie besteht aus Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren. Der Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Deshalb haben ihn viele Menschen noch nie zu Gesicht bekommen, obwohl sie in der Nähe wohnen.

 

Nahrung                   Biber sind reine Vegetarier. Sie fressen im Sommer vor allem Kräuter, Gräser und Wasserpflanzen, im Winter Rinden und Zweige weicher Hölzer wie Pappeln oder Weiden.

 

Besonderheiten      Biber halten keinen Winterschlaf. Das dichte Haarkleid

schützt sie vor Kälte. An manchen Stellen des Bauches wachsen pro cm² über 20.000 Haare. Zum Vergleich: Unsere Kopfhaut bringt es auf 300 Haare pro qcm.

 

Biotope aus Biberhand     

 

Dank der Arbeit des Bundes Naturschutz gibt es heute in Bayern wieder Biber. Als gewichtiges Argument, den größten Nager Europas unter allen Umständen in Bayern zu halten, gilt:

Der Biber "zimmert" auch anderen Tierarten der Flussauen wichtige Lebensräume. Wo der Biber das Gewässer gestaltet, soll er auch die Bedingungen für den Fischotter, den Schwarzstorch, für Amphibien- und Libellenarten verbessern.

 

Wo "Meister Bockert", wie der Biber im Volksmund genannt wird, sich wohlfühlt, ist die Flussaue aus ökologischer Sicht in Ordnung, da das Tier als Leitart einer intakten Auenlandschaft gilt.

 

Laut der Wasserwirtschaftsbehörden sollen Biberfamilien Dämme und Bauten schaffen für neue Retentionsräume, naturnahe Uferstreifen und Pufferzonen, um den Aufwand für die Gewässerunterhaltung zu senken, vor Dünger- und Gifteintrag zu schützen und als natürliche Bremse bei Hochwasser zu wirken.

 

Probleme bereitet der Biber vor allem dort, wo er den Menschen zu nah auf die Pelle rückt: In unmittelbarer Gewässernähe können schwere Landmaschinen in Flucht- und Fraßröhren des Bibers einbrechen. Er nimmt Zuckerrüben und Mais in seinen Speisezettel auf, wenn „sein“ Fluss unmittelbar an landwirtschaftliche Felder grenzt.

 

Um diese Konfliktfälle zumindest ansatzweise zu lösen zu versuchen, setzt der Bund Naturschutz sogenannte "Biberberater" ein. Die persönliche Beratung vor Ort sollen derartige Probleme verhindern.

 

Biberlebensraum im Wieseth- und Altmühltal

 

Auch in der Gemeinde Arberg hat der Biber in den letzten Jahren Fuß gefasst und seine Populationsdichte hat stark zugenommen. Mittlerweile sind die meisten Flüsse und größere Bäche von Bibern besiedelt.

 

Immer häufiger auftretende Konflikte mit der Landnutzung sind nur schwer zu lösen, und mit der Lebensweise dieser Tierart dauerhaft in Einklang zu bringen.

 

Fakten

Vorwiegend in den Teichgebieten der Oberpfalz, aber auch Mittelfrankens nehmen die Schäden an den Teichen durch Biber stark zu. In Bayern war das größte Nagetier Europas bis zu seiner Wiederansiedlung im Jahr 1966 etwa 100 Jahre lang ausgestorben. Seitdem breitet er sich kontinuierlich aus. Vor drei Jahren waren es noch 1.200 Reviere mit 4.500 Bibern, jetzt sind es mehr als 1.600 Reviere mit rd. 7.000 Bibern.

Der Biber darf auch nicht bejagt werden. Denn er untersteht nicht dem Jagdrecht, sondern dem Naturschutzrecht. Eine Übernahme des Bibers in das Jagdrecht wäre zwar theoretisch möglich, brächte aber keinerlei Verbesserung. Denn sein Schutzstatus durch das Naturschutzrecht wäre damit nicht aufgehoben.

Nach der EU-FFH-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz ist er besonders und streng geschützt. Das heißt: Fang und Töten sind grundsätzlich verboten. Nur im Einzelfall bei Vorliegen erheblicher Schäden kann die höhere Naturschutzbehörde den Fang oder das Töten genehmigen.

Von der Möglichkeit des Wegfangens wird zunehmend Gebrauch gemacht. In den letzten Jahren wurden mehrere 100 Biber gefangen und in andere Länder verbracht. 2002 waren es 97 und für 2003 sind es etwa 150 Fänge. Leider sind die Aufnahmekapazitäten anderer Länder bald erschöpft.

Wir dürfen uns deshalb nicht scheuen, Arten, die sich durch ihren Schutz stark entwickelt haben und die für unsere landwirtschaftlichen Betriebe zur Belastung, ja zur Existenzfrage geworden sind, maßvoll zu regulieren!

Das Entfernen bzw. Herausreißen von Biberdämmen führt oft nicht zum Erfolg. Im Winterhalbjahr errichten die Biber einen herausgerissenen Damm insbesondere im Umkreis ihres Hauptbaus oft über Nacht neu. Dieses sinnvolle Verhalten stellt sicher, daß auch bei zugefrorenem Gewässer der Hauptbau gefahrlos verlassen werden kann und das Nahrungsfloß, das in der Regel vor dem Hauptbau als Wintervorrat verankert wurde, jederzeit für die Biberfamilie nutzbar bleibt.

In Mittelfranken wurde daher ein Kompromiss ausgehandelt, der einerseits im Sommerhalbjahr (15. März bis 15. Oktober) ein "Dammmanagement" vorsieht und andererseits im Winterhalbjahr dem Biber "freie Hand" lassen soll.

In Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft wurden zudem Versuche im Rahmen der normalen Gewässerunterhaltung (Räumung) innerhalb eines Biberlebensraumes durchgeführt. Nach den Räumungsarbeiten wurden Sohlschwellen in das Gewässer eingebracht, die den Wasserstand auf das Niveau des ungeräumten Zustandes bringen sollten. Dies bedeutete, daß bei gleichbleibendem Wasserstand die Wassertiefe deutlich zugenommen hat. In der Annahme, daß im Falle eines Biberdammbaus der Biber die Sohlschwellen als Ansatzpunkt wählen würde, wurden diese an für Maschinen leicht zugänglichen Stellen eingebaut, um auf diese Weise dem Wasserwirtschaftsamt ein Eingreifen im Sommerhalbjahr zu erleichtern. Auch diese Vorgehensweise hat sich in den bisherigen drei Versuchsgewässern bewährt. Innerhalb dieser Gewässer wurde kein neuer Biberdamm errichtet, obwohl die Biberfamilien weiterhin in ihrem Revier aktiv sind.

 

Damals und Heute

 

Den Bibern ist es nicht immer so gut gegangen. Früher wurden sie nämlich gejagt. Aus den Pelzen wurden teure Jacken gefertigt, das Fleisch galt als schmackhafte Delikatesse und außerdem hat man sie des Fischdiebstahls beschuldigt.

 

Eine Zeit lang dachte man sogar, daß die Biber selbst Fische wären, so daß sie insbesondere während der kirchlichen Fastenzeit gejagt wurden. Und da der Mensch ein guter Jäger ist, gab es ab 1867 in ganz Bayern keinen einzigen Biber mehr.

 

Erst einhundert Jahre später hat man sie wieder eingebürgert und alsbald unter Naturschutz gestellt.